Dzemail Demic
Master of Fine Arts & Diplom Kunst-Pädagoge
Künstlername: Dzemo De Vinci
Künstlerisches Statement
Die Sabotage des Autopiloten.
Ich bin Dzemail Demic. Maler. Kunstpädagoge. MFA. Und jemand, der um 05:30 Uhr im Atelier steht, während der Rest der Welt noch schläft.
Ich mache keine dekorative Kunst für leere Wände. Ich glaube nicht an Talent.
Talent ist die bequemste Ausrede der Welt — eine Komfortzone mit schönem Namen. Wer sagt „Ich habe kein Talent", muss sich nicht der brutalen Mechanik seiner eigenen Entwicklung stellen. Wer sich auf Talent beruft, versteckt sich. Vor der Arbeit. Vor dem Widerstand. Vor sich selbst.
Ich bin in den Bergen aufgewachsen. Natur, Arbeit und ungeschönte Realität haben meine Wahrnehmung geformt — lange bevor ich Jahrzehnte in Ateliers verbrachte und die Gesetze von Form und Licht bis in die molekulare Ebene sezierte.
Die entscheidende Erkenntnis meines Lebens entstand nicht in der Theorie. Sie entstand um 05:30 Uhr, 45 Minuten, kein Publikum, ein Kind das noch schlief.
Das Gehirn ist eine evolutionär bedingte Sparmaschine. Es sieht nicht hin — es spult alte Muster ab und nennt das Intuition. Flow. Talent. In Wahrheit ist es Autopilot. Und Autopilot produziert Stagnation.
Genau hier setzt der Synaptischer Reset®
Kein philosophisches Konstrukt. Ein operatives Protokoll — entwickelt im Atelier, erprobt in pädagogischen Feldstudien, dokumentiert in über 60 Sessions der MiniPorträtSerie. Es macht automatisierte Wahrnehmungsmuster sichtbar, unterbricht sie gezielt und erzwingt bewusste Entscheidung unter maximaler Last.
Das System ist nicht für jeden. Es ist für Performer, Denker und Akteure, die aufgehört haben, sich mit Mittelmaß abzufinden — und die bereit sind, ihren eigenen Autopiloten systematisch zu sabotieren.
Meine Bilder sind keine Massenware. Sie sind sichtbare Beweise eines Prozesses: Studien über Wahrnehmung, Disziplin, Licht und Form. Für private Besitzer werden sie zu täglichen Visionboards — Objekte die den Blick schärfen und Klarheit erzwingen. Für Sammler und Institutionen sind sie dokumentierte Etappen einer künstlerischen Forschung, in der sich Malerei, Selbstexperiment und Methode untrennbar verdichten.
Wenn Sie zu den Menschen gehören, die aufgehört haben, sich mit Mittelmaß abzufinden — schreiben Sie mir.
Dzemail Demic — Master of Fine Arts, Künstler, Kunstpädagoge und Entwickler des Synaptischen Reset® (2025) Atelier Ockenheim, Rheinhessen
Portraits ermordeter und verfolgter Journalist:innen
Dzemail Demic hat sich mit seiner Kunst einem besonders wichtigen Thema gewidmet: den Journalisten, die für ihre Arbeit mit Verfolgung, Gewalt und sogar dem Leben bezahlen müssen. Durch seine Porträts bringt er die Gesichter und Geschichten jener mutigen Menschen zum Leben, die oft in Vergessenheit geraten oder in der Öffentlichkeit nicht die Anerkennung erhalten, die sie verdienen. Für Dzemail geht es bei dieser Arbeit nicht nur um Kunst, sondern darum, den Kampf um Pressefreiheit sichtbar zu machen und zu ehren.
In einer Welt, in der Journalisten immer wieder Opfer von Zensur und Unterdrückung werden, ist es wichtig, ihren Einsatz und ihre Opferbereitschaft zu würdigen. Dzemails Werke sind nicht nur eine Erinnerung an den Preis der Wahrheit, sondern auch eine Botschaft, dass der Einsatz für freie und ungehinderte Information ein unschätzbares Gut ist.
Auf der Frankfurter Rundschau werden die Berichte über die Wahrheitskämpfer regelmäßig publiziert.
Eine junge Stimme der Freiheit - im Visier der Gewalt
Jegor Sergejewitsch Schukow (geb. 1998, Russland) ist ein regierungskritischer Aktivist und Journalist, der durch seine scharfe Kritik an der russischen Regierung bekannt wurde. Nach einem Studium an der Higher School of Economics trat er zunächst als Videoblogger auf, bevor er nach einem staatlichen Verbot für den unabhängigen Radiosender Echo Moskwy arbeitete.
2019 wurde Schukow bei einer Demonstration in Moskau festgenommen und in einem politisch motivierten Prozess zu drei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt. Zudem durfte er zwei Jahre lang keine eigenen Webseiten betreiben, sein populärer YouTube-Kanal „Blog Shukowa“ wurde geschlossen. Das Urteil löste breite Empörung aus - unter anderem sprachen sich orthodoxe Priester, Künstler und Intellektuelle für ihn aus.
Trotz Repressionen setzte Schukow seine Arbeit fort, interviewte etwa Alexej Nawalny, und positionierte sich klar gegen den Giftanschlag auf den Oppositionellen. Wiederholt wurde er bedroht und angegriffen – zuletzt im August 2020, als ihn Unbekannte vor seiner Wohnung brutal zusammenschlugen. Für Schukow ist die Gewalt Ausdruck der Angst des Regimes vor einer jungen Generation, die Veränderung fordert.
Sie verteidigte die Freiheit - und wurde selbst zur Gefangenen
Nasrin Sotudeh (geb. 1963, Iran) ist eine iranische Rechtsanwältin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin aus Teheran. Nach ihrem Jurastudium konnte sie erst 2003 als Anwältin arbeiten und vertrat seither Minderjährige in Todeszellen, Oppositionelle, Angehörige religiöser Minderheiten und Frauen, die gegen das Kopftuch protestierten.
Bekannt wurde sie durch ihr Engagement in der Eine-Millionen-Unterschriften-Kampagne für Frauenrechte und durch die Verteidigung prominenter Fälle wie der Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi. Wegen ihres Einsatzes geriet sie selbst immer wieder ins Visier der Justiz: 2010 erhielt sie elf Jahre Haft, Berufs- und Ausreiseverbot. 2018 wurde sie erneut zu insgesamt 38 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt – von denen sie nach iranischem Recht mindestens 17 verbüßen muss.
Sotudeh sitzt derzeit im Gharchak-Gefängnis bei Teheran. Sie hat mehrfach Hungerstreiks geführt, um auf Missstände und schlechte Haftbedingungen aufmerksam zu machen, und ihr Gesundheitszustand ist angeschlagen. Trotz Repressionen wurde sie international vielfach geehrt, unter anderem mit dem Sacharow-Preis und dem Alternativen Nobelpreis. Sie ist verheiratet mit dem Schriftsteller Reza Khandan und hat zwei Kinder.
Sie erzählte Palästinas Geschichten - bis der Krieg auch sie verschlang
Ayat Khadoura (1996–2023) war eine palästinensische Journalistin aus dem Gazastreifen. Nach ihrem Studium in digitalen Medien an der Al-Quds-Universität arbeitete sie als freiberufliche Rundfunkjournalistin und wurde durch ihre Vlogs bekannt, in denen sie Politik, Kultur und Alltagsgeschichten aus Palästina dokumentierte. Besonders Beachtung fanden ihre Berichte über die Tötung von Ibrahim Nabulsi und über den Tod der Journalistin Shireen Abu Akleh.
Neben politischen Themen porträtierte Khadoura Frauen aus Gaza, sprach über Traditionen, Essen und Geschichte, und berichtete intensiv über den Krieg seit 2023. Ihre letzten Videobotschaften waren erschütternde Zeugnisse der Angst und Hoffnungslosigkeit einer jungen Generation, die nur noch vom Überleben träumt.
Am 20. November 2023 wurde die 27-Jährige zusammen mit mehreren Familienmitgliedern bei einem israelischen Luftangriff in Beit Lahya getötet. Ihr Tod reiht sich in die hohe Zahl getöteter Journalist:innen im Gazastreifen ein, die den Krieg zur tödlichsten Zeit für Reporter:innen weltweit gemacht hat.